Österreichische Gesellschaft für Literatur: Manfred Osten spricht über Johann Wolfgang von Goethe
Am Mittwochabend durften wir Manfred Osten als Gast im Rahmen der Reihe LITERATUR.GESCHICHTE begrüßen. Thematisch stand der Abend im Zeichen Goethes, der bereits vor 200 Jahren die Auswirkungen des menschlichen Eingriffs in die Natur und der Ausbeutung ihrer Ressourcen erkannte.
Nach einleitenden Worten von Herbert Zeman, dem Präsident der Österreichischen Goethe Gesellschaft, sprach Manfred Osten über Johann Wolfgang von Goethe als Naturforscher und Vordenker der Klimakatastrophe. Goethe betrachtete die Erde als lebendiges, atmendes Wesen. Sein Anblick der ersten englischen Dampfmaschine 1790 wirkte als Erweckungserlebnis; er war überzeugt davon, dass der Prozess der Systole und Diastole der Erde durch den menschlichen Eingriff gestört werden würde und forderte die Reinhaltung der von ihm als heilig bezeichneten Elemente Luft, Wasser und Erde.
Osten beleuchtete Goethes Verhältnis zur Natur, seine Sicht auf die Beschleunigung von Produktion und Kommunikation und deren Reflexion und literarische Verarbeitung in der Faust-Tragödie. Zentral waren auch Goethes Therapievorschläge, wie der Aufruf zur Mäßigung und einem neuen Verhältnis zur und Verständnis der Natur: Nur durch Ansehen der Natur könne ihr Ansehen gerettet werden.
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 16.10.2024